Mira bei RADIO 21: Axl Rose

Verfasst von am 06. Januar 2016 in RADIO 21

In der Coaching-Kolumne „Menschen der Woche“ bei den Sendern Radio 21 und Rockland Radio spricht die Persönlichkeitsexpertin Mira Mühlenhof regelmäßig über Menschen, die uns in diesen Tagen bewegen.

Axl Rose oder: Das Comeback des Jahres

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe und lässt die Herzen aller Guns N´Roses-Fans höher schlagen: Die Band plant ein Comeback beim kalifornischen Coachella-Festival im April 2016. Eine grande Überraschung – schließlich stand die Band in ihrer erfolgreichsten Besetzung 1993 zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne. Nun wird über die Gründe spekuliert. Geldnot? Eine spontane Versöhnung zwischen Axl Rose und Slash? Wir schauen mal auf die Persönlichkeit von Axl Rose und versuchen, Antworten zu finden.

Die Waffe unter den Rosen

Axl Rose zeigt das archetypische Persönlichkeitsmuster des Kämpfers. Seine innere Struktur wird von einer intrinsischen Motivation befeuert, um die Dinge des Lebens kämpfen zu müssen. Dieses Muster wird in der Sprache des Enneagramms als kontraphobische 6 bezeichnet. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur rebellieren gegen Autoritäten, kämpfen um Nähe und Aufmerksamkeit und vor allen Dingen um Grenzen. Eine der Ursachen für die Ausprägung des Persönlichkeitsmusters ist in der Kindheit zu finden. Es gibt ja den schönen Ausspruch: „Wenn jemand eine Schraube locker hat, liegt´s an der Mutter.“ Im Fall von Axl Rose müssen wir eher sagen: Am Vater.

Axls Vater William Rose verließ die Familie, als dieser zwei Jahre alt war. Rose lernte seinen leiblichen Vater nie kennen, da dieser 1984 ermordet wurde. Seine Mutter heiratete später Stephen Bailey, dessen Nachnamen er erhielt. Als er im Alter von 17 Jahren erfuhr, dass sein vermeintlicher Vater nicht sein leiblicher Vater ist, änderte er seinen Namen in W. Axl Rose. Das „W“ stand für William, seinem Vater. „Axl“ war der Name seiner damaligen Band. Die Umbenennung können wir als Ausdruck einer Suche nach einer von ihm akzeptierten männlichen Autoritätsfigur deuten, was wiederum zum Persönlichkeitsmuster Kampf passen würde.

Auch sein Ausdruck und seine Körpersprache auf der Bühne lassen Rückschlüsse auf dieses Persönlichkeitsmuster zu – wie auch sein mangelndes Talent, zwischenmenschliches Glück zu finden. Über sein Privatleben ist wenig bekannt (ebenfalls typisch für kp 6er). Seine Ehe mit Erin Everly wurde nach einem halben Jahr wieder geschieden, da beide bei der Hochzeit angeblich betrunken waren. Danach war er zwei Jahre mit dem Model Stephanie Seymour liiert. Ein aktuelles Foto zeigt Axl -aufgedunsen und ungepflegt – in Begleitung eines weiblichen Fans.

Selbstzerstörerischer Kampf gegen sich selbst

Von den Persönlichkeitsmustern, wie sie im Enneagramm beschrieben werden, zählen aus meiner Sicht Individualität und Kampf zu den Mustern, die die stärksten selbstzerstörerischen Tendenzen aktivieren. Diese Persönlichkeiten finden wir bei Slash und Axl Rose – ein möglicher Grund dafür, dass sie sich Mitte der 90er Jahre so zerstritten haben. Sie haben sich in ihren Dämonen gespiegelt und es ist davon auszugehen, dass Slash der labilere, empfindlichere Charakter von beiden ist.

Die ehemalige Managerin der Band, Vicky Hamilton, berichtet von den wilden Anfangszeiten der Jungs und beschreibt Axl als gewalttätig. Die Band sei von Axl eingeschüchtert gewesen und es habe öfter Schlägereien gegeben. Auch das passt zum kontraphobischen Muster der 6, dem Archetyp des Boxers, der gegen den nach außen projizierten Feind kämpft – und der eigentlich in ihm selber ist.

Mehr über Axl Rose hören Sie in der Kolumne auf Radio 21 und Rockland-Radio.

Wie funktioniert Key to see®?

Die Key to see®-Methode basiert auf einer Jahrtausende alten Typologie, übersetzt in die heutige Zeit und ergänzt mit tiefenpsychologischen Methoden. Um Persönlichkeitsaspekte von Personen des öffentlichen Lebens herausfiltern und daraus Anhaltspunkte für die Gründe ihres Handelns zu finden, durchforstet Mira Mühlenhof Biographien, Wikipedia-Einträge und Berichte im Internet, analysiert YouTube-Videos von öffentlichen Auftritten und liest Aspekte aus Facebook-Einträgen und Postings – auch von anderen Nutzern. „Es ist wie das Zusammensetzen eines großen Puzzles“, sagt Mira. „Wir erhalten wertvolle Erkenntnisse über die intrinsische Motivation unserer Mitmenschen und können ihr Verhalten besser nachvollziehen. Das Nachfühlen von Handlungsmotiven dient somit als Basis für mehr Verständnis und Empathie.“


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