Mira bei RADIO 21: Til Schweiger

In der Coaching-Kolumne „Menschen der Woche“ bei den Sendern Radio 21 und Rockland Radio spricht Mira Mühlenhof regelmäßig über Menschen, die uns in diesen Tagen bewegen.

Til Schweiger, der deutsche Rocky. Die Polarität eines Idols.

Til Schweiger war der erste Prominente, der gegen den Fremdenhass seine Stimme erhoben hat. Zunächst auf seinem Facebook-Portal, inzwischen in allen Gazetten. Ein Kampf, der weite Kreise zieht: Schweigers Treffen mit Vizekanzler Sigmar Gabriel, seine öffentlichen Auftritte mit Live-Schalte via Skype in den Tagesthemen (seit wann gibt es das eigentlich?), zuletzt bei Sandra Maischberger. Nun hat er auch noch Follower: Prominente wie Joko + Klaas beziehen Stellung und wenden sich mit ihrer Videobotschaft an die Öffentlichkeit.

Wir unterscheiden zehn unterschiedliche intrinsische Motivation (intrinsisch = aus sich selbst heraus motiviert), die im Verhalten und im Auftreten, in der Körpersprache, dem Sprachstil und der Physiognomie ihren Ausdruck finden. Aus Til Schweiger können wir die intrinsische Motivation Kampf herauslesen. Indizien dafür gibt es viele, einige Beispiele:

• er ist der mittlere von 3 Brüdern, muss sich nach unten und nach oben behaupten
• er zieht für seine Frau Dana nach Amerika und will sich dort durchsetzen. Das klappt nicht so, wie er sich das wünscht: Er hasst Castings, weil es Prüfungssituationen sind (die Angst vor dem „Black-out“, stellvertretend für Kontrollverlust)
• schon in seinem ersten Film „Manta, Manta“ spielt er einen kleinen Kämpfer und Helden, der es mit einem Mercedes-Fahrer aufnimmt
• er outet sich, als brotloser Schauspieler Pornos synchronisiert zu haben
• sein Tatort wird als „Rambo-Tatort“ bezeichnet. Sein erster Auftritt als Kommissar hat eine unfassbar erfolgreiche Quote – gleichzeitig legt er sich mit den ARD-Verantwortlichen und Tatort-Fans an, indem er den Vorspann nebst Titelmelodie kritisiert
• er lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen – geschweige denn vorschreiben

Til Schweiger ist ein Kämpfer, der von unten nach oben wollte und will, der für soziale Gerechtigkeit kämpft. Einer, der nicht zögert, sondern handelt. Der um die Anerkennung seines Vaters buhlt – und letztlich doch nur einen Kampf führt: Den gegen sich selbst. Vergleicht man Bilder aus der Zeit als Jungschauspieler ahnt man, wie sehr Schweiger sich gequält, gestählt und gestärkt hat, um sich in Position zu bringen. Provokation, Kraft und Stärke garantieren Aufmerksamkeit.

Kampf versus Sicherheit

Die intrinsische Motivation Kampf ist – gemeinsam mit der intrinsischen Motivation Sicherheit – die am häufigsten in Deutschland vertretene. Der Ursprung für beide ist die Angst. Und so bekommt der ganze Rummel um Schweiger plötzlich einen anderen Dreh: Menschen mit der intrinsischen Motivation Sicherheit leben ein permanentes Worst-Case-Szenario, sie befürchten zu jeder Zeit das Allerschlimmste. Sie lassen sich leiten von ihren Zweifeln und Sorgen, bauen auf Struktur, trauen sich nicht aus ihrem Hasenbau („KeinOhrHasen“!!!) und bleiben lieber im sicheren Terrain – nicht ohne hinten herum doch noch auf Autoritäten zu schießen. Menschen mit der intrinisischen Motivation Kampf hingegen stellen sich ihrer Angst. Sie stürzen sich in jedes Risiko, um ihren eigenen Ängsten Herr zu werden, machen Bungee-Jumping, lieben riskante, rasante Sportarten, provozieren gern. Sie scheuen weder Tod noch Teufel. Hier haben wir es also mit zwei Kehrseiten einer Medaille zu tun.

Warum der Kampf für das Gute und der Kampf gegen das Böse nicht identisch sind

Til Schweiger ist einer, der seine eigenen Ängste immer offensiv bekämpft hat. Aus diesem Grund ist er für gewisse Menschengruppen eine Identifikationsfigur ohnegleichen. Ein Held. Ein Hero, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Sich von nichts und niemandem etwas sagen oder vorschreiben lässt. Gleichzeitig wird Til Schweiger vorrangig von Menschen mit der intrinsischen Motivation Sicherheit auch abgelehnt. Ihnen ist seine Direktheit nicht geheuer, sie wettern gegen seine frontalen Angriffe (z.B. bei den Hintergründen seines Films „Schutzengel“ oder in der Edathy-Affäre). Weil ihnen selbst der Mut fehlt, bekämpfen sie den Mut der anderen. Damit bestätigt sich ein psychologisches Prinzip: Wir lehnen das bei anderen ab, was uns selbst am meisten fehlt. In diesem Fall ist es: Mut.

Man darf nicht vergessen, dass die Rechtsradikalen und Neo-Nazis, die Til Schweiger auf seiner Facebook-Seite mit ihrem braunen Shitstorm überschüttet haben, vorher seine Fans waren.
Sie haben ihren Hero verloren, einen Kämpfer, der auch kämpft – wie sie selbst. Nur eben für eine andere Sache. Til Schweiger kämpft für das Gute. Das ist nicht das gleiche wie gegen das (vermeintlich) Böse zu kämpfen. Fremdenfeindliche Menschen agieren aus Angst. Til Schweiger hat keine (mehr).

Über Ansätze, wie man Menschen mit der intrinsischen Motivation Kampf begegnen sollte – darüber spreche ich in der Kolumne „Menschen der Woche“.

Wie funktioniert Key to see®?

Die Key to see®-Methode basiert auf der Jahrtausende alten Typologie des Enneagramms, übersetzt in die heutige Zeit. Um Persönlichkeitsaspekte von Personen des öffentlichen Lebens herausfiltern und daraus Anhaltspunkte für die Gründe ihres Handelns zu finden, durchforstet Mira Biographien, Wikipedia-Einträge und Berichte im Internet, analysiert YouTube-Videos von öffentlichen Auftritten und liest persönliche Aspekte aus Facebook-Einträgen und Postings – auch die von anderen Nutzern. „Es ist wie das Zusammensetzen eines großen Puzzles“, sagt Mira. „So können wir wertvolle Erkenntnisse über die intrinsische Motivation unserer Mitmenschen erhalten und ihr Verhalten besser verstehen. Das Nachfühlen der Handlungsmotive des anderen ist für mich die Basis für echte Empathie.“


Photo: https://de.wikipedia.org

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