Mira bei RADIO 21: Angus Young

In der Coaching-Kolumne „Menschen der Woche“ bei den Sendern Radio 21 und Rockland Radio spricht Mira Mühlenhof regelmäßig über Menschen, die uns in diesen Tagen bewegen.

Ein Leben für den Rock´n´Roll: Angus Young

„Meine Frau sagt, sie erkennt ein Riff der Rolling Stones sofort an den klassischen drei Akkorden. Sehr schön, sag ich dazu, aber viel zu aufwändig.“
AC/DC benötigt nur ein Riff – DÄ DÄ DÄ – und schon ist alles klar. Derzeit ist Angus mit seiner „Rock or Bust“-Tour unterwegs – und darum unser „Mensch der Woche“.

Beim genaueren Betrachten der Persönlichkeit des Helden des Rock gibt es einige Überraschungen. Nix Rockstar-Klischee: Angus ist seit 1980 mit seiner holländischen Frau verheiratet, trinkt Tee anstatt Whisky und kommt ohne Skandale aus. Viele seiner Zitate, seine unfassbare Energie auf der Bühne, die ihn so berühmt gemacht hat – und letztlich seine eigenwillige Inszenierung als Teufel (er krümmt seine Zeigefinger für Fotos gern als Stierhörner – oder setzt sich gleich welche aus Plastik auf) deuten darauf hin, dass Angus von der intrinsischen Motivation „Kampf“ angetrieben wird. Hier finden wir den Faustschen Mythos: „Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust“ – auf der einen Seite der brave, private Angus, auf der anderen Seite der „Devil on stage“.

Schuluniform und Vollspeed – ein Leben für die Musik

Berühmt geworden ist Angus u.a. durch seine Bühnenkleidung: die Schuluniform nebst Ranzen. Nach eigenen Angaben kam die Idee dazu von seiner Schwester, die ihm geraten hat: „Wenn Du in der Schuluniform auf die Bühne gehst, hast Du ein Alleinstellungsmerkmal. Jeder wird sich an Deinen Auftritt erinnern.“ Angus selbst hat einen besonderen Bezug zu seiner Maskerade, er trug seine Schuluniform auch während der Bandproben. „Ich ging nicht in die Küche, um meinen Eltern hallo zu sagen. Ich aß nichts. Ich trank nichts. Ich ging nicht mal in mein Zimmer, um meine Schulbücher auf mein Bett zu werfen. Ich kam nach Hause und verschwand in meiner Uniform sofort in der Garage und wartete auf die Ankunft meiner Freunde. Ich konnte es nie abwarten, sofort Musik zu machen. Alles andere juckte mich nicht.“
Aus Sicht der Key to see-Methode steckt hinter der Maskerade noch eine tiefgehende Bedeutung, die Angus vielleicht gar nicht bewusst ist: Menschen, die die Persönlichkeitsstruktur der kontraphobischen 6 aufweisen, hinterfragen Autoritäten und lehnen sich gegen sie auf. Angus tut das, indem er die Schuluniform konterkarikiert.

Die Bruderbeziehung

Am interessantesten an der Recherche fand ich übrigens die Erklärung, warum AC/DC als „böse Buben der Rockmusik“ gelten. Sein Bruder Malcolm und er betonen in einem Interview mit dem SPIEGEL:

Malcolm: Schauen Sie uns doch an: Ich und mein Bruder Angus sind klein. Kleine Jungs müssen viele böse Scherze ertragen: Hey, du Zwerg, wie ist denn das Wetter da unten? Da lernst du ganz schnell die passenden Antworten: Komm doch her, ich zeig dir, wie das Wetter hier unten ist, wenn du neben mir im Dreck liegst.
SPIEGEL: Wie groß sind Sie?
Angus Young: Ein Meter und 57 Zentimeter.
Malcolm Young: Ich auch.
Angus Young: Wir wachsen mit den Stadien. Deswegen mag ich auch alte Hollywood-Gangsterfilme so sehr. Die großen Bösewichte waren alle Zwerge: Humphrey Bogart, James Cagney oder Edward G. Robinson.
Malcolm Young: Und die Stars von heute sind immer noch klein: Sylvester Stallone, Robert De Niro – sogar Arnold Schwarzenegger ist nicht so groß, wie alle glauben.

Für mich ist das ein Hinweis darauf, dass sie schon sehr früh gelernt haben, sich durchzukämpfen. Somit könnte sich die intrinsische Motivation Kampf bei Angus gefestigt haben. Die beiden Brüder sind – auf den ersten Blick – sehr unterschiedlich. Aber nur vermeintlich….
Zwei Beispiele: Malcolm Alkoholiker, Angus Anti-Alkoholiker. Malcolm strukturiert, Angus chaotisch. Ihr Vater hat darum prophezeit, dass das Spielen in einer Band nicht lange gut gehen wird. Sie haben etwas anderes bewiesen, denn so weit sind sie voneinander gar nicht entfernt:
Ich halte Malcolm für eine phobische 6, also angetrieben durch die intrinsische Motivation „Sicherheit“. Das erklärt, warum beide bis zur Demenz-Erkrankung von Malcolm auf und neben der Bühne ein Herz und eine Seele waren – auch wenn es zwischen ihnen immer wieder mächtig geknallt hat. Wie schwer muss es für Angus sein, nun ohne sein „anderes Ich“ auf Tour zu sein …

Wie funktioniert Key to see®?

Die Key to see®-Methode basiert auf Jahrtausende alten Typologie des Enneagramms, übersetzt in die heutige Zeit. Um Persönlichkeitsaspekte von Personen des öffentlichen Lebens herausfiltern und daraus Anhaltspunkte für die Gründe ihres Handelns zu finden, durchforstet Mira Biographien, Wikipedia-Einträge und Berichte im Internet, analysiert YouTube-Videos von öffentlichen Auftritten und liest persönliche Aspekte aus Facebook-Einträgen und Postings – auch die von anderen Nutzern. „Es ist wie das Zusammensetzen eines großen Puzzles“, sagt Mira. „So können wir wertvolle Erkenntnisse über die intrinsische Motivation unserer Mitmenschen erhalten und ihr Verhalten besser verstehen. Das Nachfühlen der Handlungsmotive des anderen ist für mich die Basis für echte Empathie.“


Photo: http://commons.wikimedia.org

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