Mira bei RADIO 21: Manuel Neuer

Verfasst von am 05. September 2016 in RADIO 21

Tschüss Basti Schweinsteiger, hallo Manuel Neuer: Der Ausnahmetorwart wurde von Bundestrainer Jogi Löw zum neuen Kapitän der Nationalmannschaft ernannt. Was bedeutet das für den Kader? Welche Qualitäten wird Neuer als Leader der Mannschaft zeigen? Diesen Fragen möchten wird uns annähern – hier in „Menschen der Woche“.

Der bescheidene Riese

„Bescheidenheit ist ein Wesenszug, den mir meine Mutter und mein Vater mitgegeben haben. Ich hatte nie die Chance abzuheben.“ – Menschen mit der intrinsischen Motivation Harmonie halten sich gern im Hintergrund. Alles an Manuel ist unauffällig: Seine Herkunft (Gelsenkirchen), seine Kindheit (als jüngerer Bruder und fleißiger Jungfussballer), seine Karriere. Man weiß kaum etwas über den Stammtorhüter der Nationalelf – zum Einen, weil er sein Privatleben konsequent aus den Medien heraushält, zum Anderen weil es wohl auch wenig zu berichten gibt. In Interviews berichtete Neuer, dass er gerne Singspiele mit seinem Bruder macht, lange duscht und Physiotherapeut geworden wäre, wenn es mit der Profi-Karriere nicht geklappt hätte.

Eine Ausnahme gab es allerdings: 2014 trennte Neuer sich von seiner langjährigen Freundin Kathrin Gilch und zeigte sich kurz darauf mit seiner heutigen Lebensgefährtin Nina Weiss. Bis heute sind die Gründe für die Trennung nicht bekannt. Man spricht allerdings von einem „freundlichen Kampf“ mit den Medien in dieser Zeit. Manuel Neuer als Harmoniemensch kann gar nicht anders kämpfen.

Motivation Harmonie

Menschen, die von der intrinsischen Motivation Harmonie angetrieben werden, sind freundlich, gelassen, geduldig, bescheiden und unauffällig. Sie sprechen mit einer monotonen Stimme und schauen im direkten Blickkontakt leicht durch ihr Gegenüber hindurch. Meistens hören sie lieber zu als selbst zu sprechen und werden manchmal gar übersehen – weil sie sich nicht präsentieren. Ähnlich wie Elefanten reagieren Sie im Konflikt eher zeitversetzt. Und sie vergessen nichts.

Keine Skandale, wenig Emotionen

Nach langen Jahren, in denen eher impulsive Persönlichkeiten das deutsche Tor verteidigt haben, können wir nun einen in sich ruhigen, selbstzufriedenen Torwart erleben, der sich nicht von inneren Kämpfen ablenken lässt und darum auf den Punkt einsatzbereit ist. Neuer selbst sagt dazu: „Ich bin kein Menschenfresser. Klar, ich bin auch mal sauer. Aber so zu überdrehen? Das ist nicht mehr zeitgemäß.“ Wir würden sagen: Seine Emotionen zu zeigen oder nicht hat nichts mit Trends zu tun. Wir gehen eher davon aus, dass Manuel Neuer seine Emotionen oft gar nicht wahrnimmt und darum auch nicht zeigen kann, was typisch ist für Menschen, die von der intrinsischen Motivation Harmonie angetrieben werden. Wer nicht spürt, dass er sauer ist, der kann es auch nicht zeigen.

Hinter der Mannschaft stehen, nicht davor

Als Harmoniemensch wird Manuel Neuer kein Kapitän sein, der vorwegprescht. Kein lauter Kapitän, sondern ein guter Mediator und Diplomat. Jemand, der die Geister sprich hitzigen Gemüter schnell beruhigen kann. Das starke Back-Up im Hintergrund. Ein Kapitän, der hinter der Mannschaft steht, nicht davor. Ein Buddha im Tor.

Mehr über Manuel Neuer und seine neue Funktion als Kapitän im Talk bei Radio 21.

Wie funktioniert Key to see®?
Die Key to see®-Methode basiert auf einer Jahrtausende alten Typologie, übersetzt in die heutige Zeit und ergänzt mit tiefenpsychologischen Methoden,. Um Persönlichkeitsaspekte von Personen des öffentlichen Lebens herausfiltern und daraus Anhaltspunkte für die Gründe ihres Handelns zu finden, durchforstet Mira Mühlenhof Biographien, Wikipedia-Einträge und Berichte im Internet, analysiert YouTube-Videos von öffentlichen Auftritten und liest Aspekte aus Facebook-Einträgen und Postings – auch von anderen Nutzern. „Es ist wie das Zusammensetzen eines großen Puzzles“, sagt Mira. „Wir erhalten wertvolle Erkenntnisse über die intrinsische Motivation unserer Mitmenschen und können ihr Verhalten besser nachvollziehen. Das Nachfühlen von Handlungsmotiven dient somit als Basis für mehr Verständnis und Empathie.“