Mira bei RADIO 21: Green Day

Verfasst von am 20. Oktober 2016 in RADIO 21

Sie haben ihre Fans lange warten lassen: Green Day sind wieder da, mit neuem Album und der Aussicht auf eine große Tour. Über den Sänger Billy Joe Armstrong, der gleichzeitig auch der Hauptsongwriter der Punkrockband ist, weiß man so gut wie nichts – als sei er ein Phantom, der nur zu den Konzerten auf der Bildfläche erscheint. Dennoch ist es möglich, die Puzzleteile seiner Persönlichkeit zusammenzusetzen und so einen Blick in seine Seele zu werfen.

There is nothing wrong with being a loser, it just depends on how good you are at it.

So lautet eines seiner wenigen bekannten Zitate. Wir können in diesem Satz einen Hinweis auf seine intrinsische Motivation finden: Aus unserer Sicht ist es die Individualität. Billy Joe Armstrong fehlt das Talent, sich selbst Anerkennung zu schenken – das ist der entscheidende Faktor der Menschen, die sich über die Kunst mitteilen und den permanenten Drang verspüren, ihre gefühlte Andersartigkeit zum Ausdruck zu bringen. Wie viele Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstruktur ist auch bei Billy Joe Armstrong die Tendenz zur Selbstzerstörung und eine Todessehnsucht erkennbar – nicht nur durch seine Drogen- und Alkohol-Sucht sondern auch durch seine düstere, melancholische Gestalt. Er malt sich mit schwarzem Kajal Tränen ins Gesicht.

Schreibblockaden und Zweifel am eigenen Talent

Menschen, bei denen die intrinsische Motivation Individualität besonders stark ausgeprägt ist, haben es nicht gelernt, glücklich zu sein. Eigentlich müsste man sagen, dass sie das Glücklichsein verlernt haben, denn Glücklichsein gehört ja auf ursprüngliche Art und Weise zur kindlichen Natur.
Wird ein Kind in ein düsteres Umfeld hineingeboren, in dem Depression, Schmerz oder Trauer vorherrschen, lernt es, sich anzupassen und selbst auch Dramen zu provozieren. Billy Joe Armstrongs Kindheit war von Trauer geprägt, sein Vater starb an Speiseröhrenkrebs, als er zehn Jahre alt war. Er begann schon früh, Musik zu machen. Man kann das als eine Art Flucht in eine Phantasiewelt betrachten, die Reise an einen Ort, an dem er glücklich sein konnte. Bereits im Alter von 5 Jahren hat er sein erstes Album aufgenommen und in Krankenhäusern gesungen (!).

Nach dem Album „Warning“ hatte er eine Schreibblockade, weil er Angst hatte, seine Bandmitglieder könnten seine Songs schlecht finden. Die Band Green Day stand damals kurz vor der Auflösung.

Mehr über Billy Joe Armstrong im Talk bei
Radio 21.

Wie funktioniert Key to see®?
Die Key to see®-Methode basiert auf einer Jahrtausende alten Typologie, übersetzt in die heutige Zeit und ergänzt mit tiefenpsychologischen Hintergründen. Um Persönlichkeitsaspekte von Personen des öffentlichen Lebens herausfiltern und daraus Anhaltspunkte für die Gründe ihres Handelns zu finden, durchforstet Mira Mühlenhof Biographien, Wikipedia-Einträge und Berichte im Internet, analysiert YouTube-Videos von öffentlichen Auftritten und liest Aspekte aus Facebook-Einträgen und Postings – auch von anderen Nutzern. „Es ist wie das Zusammensetzen eines großen Puzzles“, sagt Mira. „Wir erhalten wertvolle Erkenntnisse über die intrinsische Motivation unserer Mitmenschen und können ihr Verhalten besser nachvollziehen. Das Nachfühlen von Handlungsmotiven dient somit als Basis für mehr Verständnis und Empathie.“